Kurz-Interview mit dem Chief Technology Officer der Calidris Fintech AG, Herr Pascal Höfliger: “Der wichtigste Aspekt ist eine Infrastruktur zu entwickeln, welche in sich redundant respektive ausfallsicher ist.”

Kurz-Interview mit dem Chief Technology Officer der Calidris Fintech AG, Herr Pascal Höfliger: “Der wichtigste Aspekt ist eine Infrastruktur zu entwickeln, welche in sich redundant respektive ausfallsicher ist.”

Herr Höfliger, weshalb haben Sie sich dazu entschlossen bei der Calidris Fintech AG Ihr IT-Know-how einzubringen und somit im Krypto Bereich tätig zu werden?

Frank Kallmeyer hat mir vor einiger Zeit von der Calidris Fintech AG und deren Vorhaben erzählt. Blockchain war für mich vorher schon ein interessantes Thema und das vorgestellte Projekt klang sehr interessant. Ich hatte in früheren Jahren schon für Finanzunternehmen ähnliche Lösungen designt sowie realisiert und so kam das eine zum anderen. Eine IT-Infrastruktur im Realtime-Bereich zu entwickeln gehört zu den eher komplexeren Aufgaben in der IT und ist täglich eine grosse Herausforderung und Herausforderungen mag doch jeder in der IT.

Zu Spitzenzeiten in «Fast Market» Situationen geraten regelmässig etliche Handelsplattformen und Broker an Ihre Kapazitätsgrenzen, oft sind die Seiten dann nicht mehr verfügbar um zu handeln, woran liegt das?

Der Markt unterliegt immer dem Käufer- / Verkäufer Prinzip. Bei schnellen Marktphasen, welche meistens durch globale Nachrichten (Bsp. Elon Musk Twitter) ausgelöst werden, entstehen in kürzester Zeit massive Kursprünge wobei die Käufer- oder Verkäuferseite praktisch nicht mehr vorhanden ist. Dadurch bewegt sich der Kurs enorm schnell in eine Richtung und es müssen viele der platzierten Orders ausgeführt werden. Dabei muss innerhalb kürzester Zeit für jede Position sequentiell eine Gegenpartei gefunden und abgewickelt werden. Diese massiven Orderausführen überlasten die Systeme kurzzeitig und diese sind dementsprechend nicht mehr erreichbar. Natürlich gibt es noch viele andere Gründe, warum ein System nicht mehr erreichbar ist, dies würde jetzt aber den Rahmen hier sprengen.

Wie wichtig erachten Sie die Entscheidung, einen regionalen Hardware Serverpark aufzubauen anstelle einer Cloud Lösung?

Technisch gesehen spielt es keine grosse Rolle, ob die Systeme cloudbasiert arbeiten oder nicht. Im Endeffekt sind auch unsere Serversysteme «Cloudbasiert», also in einem externen Rechenzentrum. Wichtig war uns der Standort Schweiz/Liechtenstein und dementsprechend die Datenhoheit in diesen beiden Ländern.

Wir haben eine Evaluation der «lokalen» RZ Dienstleister durchgeführt, mit den diversen Schwerpunkten (Redundanz, Sicherheit sowie Erfüllung der Datenschutzrichtlinien gemäss FINMA/FMA) und sind da doch auf einige hochwertige Anbieter gestossen – es muss also nicht immer gleich Amazon, Google oder Microsoft sein.

Die Initialen Kosten für den Aufbau einer Hyper-Konvergenten Infrastruktur sind zwar bedeutend höher als bei gemietet Serverressourcen aus der Cloud, jedoch können wir mit dieser Strategie zu jeder Zeit die Leistung bis runter zur Hardwareschicht optimieren oder auch Probleme selbständig eruieren.

Welches ist die grösste technische Herausforderung im Zusammenhang mit dem Aufbau einer stabilen Brokerage Plattform?

Beim Finanzhandel, handelt es sich um eine Realtime-Anwendung und diese ist dementsprechend zeitkritisch. Kurse, welche 10 Sekunden später angezeigt werden oder eine Position, die 10 Sekunden später geschlossen wird, kann einen enormen finanziellen Schaden auslösen. Der wichtigste Aspekt ist somit eine Infrastruktur zu entwickeln, welche in sich redundant respektive ausfallsicher ist. Hat die erste Systemkomponente einen Fehler, so muss eine andere diesen Fehler auffangen. Diese Redundanz ist in der Hardware sowie auch im Softwarebereich unerlässlich. Die Investitionen, welche wir also in den IT-Bereich tätigen sind enorm, um am Ende unseren Kunden ein solides sowie leistungsstarkes Produkt anbieten zu können. 

Worin sehen Sie die Vor-sowie Nachteile bei der Nutzung der Plattform MT4 und der Lösung, welche Ihre Firma nutzt?

MT4/MT5 ist eine etablierte Plattform, welche sich vor allem im Retail Bereich durchgesetzt hat. Die Software wird von Metaquotes entwickelt und auch verkauft/vertrieben. Die Beliebtheit von MT4/MT5 hat meines Erachtens zwei Gründe. Zum einen ist die Plattform extrem einfach aufgebaut und es kann nach nur wenigen Minuten mit dem Handel gestartet werden. Zum anderen hat Metaquotes mit der Programmiersprache MQL4/MQL5 eine sehr einfache Sprache entwickelt, mit der auch ein Laie mit ein wenig Übung automatisierte Handelsprogramme (EA Expert Advisors) entwickeln kann.

Die Powerfox Produktreihe besteht aus 2 Produkten, wobei jedes seine eigene Zielgruppe hat. Anleger, welche einfach ein paar Kryptos kaufen und nicht gross spekulieren möchten, können mit unserer Powerfox App alle Anforderungen abdecken. Powerfox Pro ist für Anleger gedacht, welche auch mal gerne Leerverkaufen (auf sinkende Kurse spekulieren) möchten, sowie charttechnische Instrumente benötigen. Dazu besteht die Möglichkeit mittels Leverage (Hebelung) mit einem Vielfachen der Kapitaleinlage zu handeln. Unsere Plattformen sind natürlich global von überall erreichbar.

Unser Ziel ist es mit einer hochverfügbaren und performanten Trading Lösung sowie qualitativ hochstehendem Kundensupport die Anleger zu überzeugen.

Wie sehen Sie Ihren Zielmarkt entwickeln in den nächsten 3–5 Jahren?

Der klassische Finanzmarkt bewegt sich nicht so schnell wie der Krypto Markt. Jedoch steckt der Krypto Markt noch in den Kinderschuhen und es fehlen noch wichtige Grundpfeiler.

Beispielsweise gibt es kein wirklich einheitliches Protokoll im Handelsbereich. Die ersten Kryptobörsen fangen mithilfe des FIX Protokolls (Financial Information Exchange) an, gewisse Datenkanäle zu harmonisieren und standardisieren. FIX entstand 1990 und ist im Finanzmarkt respektive bei Finanzmarkt-Transaktionen einer der Standards.

Man merkt also auch die neuen Technologien orientieren sich an klassischen bewährten Ansätzen und genau das ist das Ziel der Calidris Fintech AG. Wir werfen nicht alles «Alte» über Bord, sondern versuchen das Beste aus beiden Welten zu vereinen und dadurch ein Optimum für unsere Kunden zu erreichen. Der Krypto Markt wird sicherlich wachsen, wie schnell dies passiert ist schwierig vorherzusehen, da doch noch ein paar Hürden zu bewältigen sind. Es braucht jedoch meiner Meinung nach eine globale Veränderung, vor allem im Bereich der Geldmarkt Politik und dabei kann die Blockchain Technologie viele der heutigen Problematiken lösen. Eine wirkliche Etablierung wird jedoch erst stattfinden, wenn staatliche Kontrollorgane implementiert wurden, wie genau diese aussehen werden kann ich zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen.

Kurz-Interview mit dem Chief Sales Director der Calidris Fintech AG, Herr Patrick Mazenauer:

Herr Mazenauer, wie hat es sich angefühlt Teil eines Startups zu sein während einer weltweiten Pandemie und wie hat es sich auf deine Haupttätigkeit im Verkauf ausgewirkt?

Eine Pandemie ist nicht hervorsehbar und bringt eine enorme Unsicherheit seitens der Investoren mit sich. Speziell für ein Startup war es enorm schwierig, um in diesen unsicheren Zeiten an Investitionsgeldern zu gelangen. Langfristig gesehen war es jedoch sehr positiv für uns, da die Kunden mehr Zeit hatten, sich mit der immer stärker auftretenden Digitalisierung auseinander zu setzen und zudem auch der Krypto Markt ein starkes Wachstum erzielen konnte. Dies hat die Nachfrage nach unserem Token enorm gesteigert.

Wieso haben es Kryptowährungen nach über 10 Jahren immer noch nicht geschafft, bei der breiten Bevölkerung anzukommen, sei es als Zahlungsmittel oder auch als Investition?

Es fehlt den Personen vor allem an Vertrauen und Sicherheit. Für viele Leute ist der Krypto Markt nicht greifbar, da es sich um ein komplett digitales Gut handelt ohne Rechte für den Coinhalter. Genau deshalb haben wir uns bei unserem Security Token dazu entschieden, ein digitales Wertpapier zukünftig auszugeben, welches das Recht auf zukünftig zu erwartende Dividendenzahlung beinhaltet.

Was ist der breiten Bevölkerung am wichtigsten, worauf wird speziell geachtet bezüglich einer Krypto Investition?

Meiner Erfahrung nach ist der breiten Bevölkerung wichtig, was «hinter» dem Coin steckt wie beispielsweise eine seriöse Aktiengesellschaft eine Immobilie oder ein anderer Asset Typ. Zudem sollten diese Krypto Startups den immer stärker auftretenden Regulationen bereits entsprechen oder die Absicht haben sich denen in Zukunft unterstellen zu lassen.

Was raten Sie einem Investor, welcher die Absicht hat, in den Krypto Markt einsteigen zu wollen?

Es ist aus meiner Sicht sehr wichtig, sich von ausgewiesenen Spezialisten beraten zu lassen, welche einen Schritt für Schritt die Materie näherbringen. Unsere Investoren beispielsweise haben den Vorteil, als Dankeschön für das entgegenbrachte Vertrauen von unserem Krypto Wissen zu profitieren und haben die letzten 3 Monate trotz des starken preislichen Abfalles des Market eine positive Performance erzielt.

 Wie sehen Sie die Entwicklung des Krypto Marktes in den nächsten 3-5 Jahren?

Der Krypto Markt wird massentauglich werden, so dass die breite Bevölkerung ebenfalls einfach und trotzdem sicher daran partizipieren kann. Ein Grossteil der aktuell ca. 8300 verschiedenen Coins werden sich langfristig nicht etablieren können aber der Gesamtmarkt wird stark an Handelsvolumen und der zugrunde liegenden Marktkapitalisierung dazugewinnen. Zudem gehe ich davon aus, dass auch immer mehr institutionelle Anleger in den Krypto Markt investieren werden, da die Voraussetzungen dafür durch eine stärkere Regulierung geschaffen wird.

Kommentar: Der beste Trade der Welt

Der Bitcoin Preis hat sich seit dem Hoch im April 2021 beinahe halbiert und wird zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels zu 35`000 Dollar gehandelt. Medial wird der Bitcoin bereits wieder tot geschrieben – zum gefühlt 938-mal. Und alle Freunde und Verwandte, welche vor einer Bitcoin Investition gewarnt haben, hatten wieder einmal Recht.

Es ist nun ein Einfaches, in Panik zu geraten, dem «Druck» der breiten Bevölkerung, der Massenmedien und seinem Umfeld nachzugeben und die eigenen Bitcoin Positionen zu verkaufen. Doch bevor man dies tut, sollte man sich folgende Fragen stellen:

 Ist die breite Bevölkerung ein guter Finanzratgeber? Wenn ja, warum gehören Sie nicht zu den 1% der vermögendsten Personen der Welt?

Ist mein Umfeld finanziell dort, wo ich gerne sein möchte?

Versuchen Massenmedien mir mit bestem Wissen und Gewissen Anlageempfehlungen zu geben, um meinen Wohlstand zu vergrössern und mich freier sowie unabhängiger machen, oder wollen sie die Leser lieber «arm und dumm» halten?

 Ich sehe es bereits kommen, dass sich viele Menschen spätestens in 1-2 Jahren erneut ärgern werden, zu den aktuellen Preisen Bitcoin nicht gekauft zu haben.

 Die Deutsche Bank hat kürzlich 100 Millionen in eine Schweizer Krypto Firma investiert. Wohl deshalb, weil sie fest daran glaubt, dass dieser Markt keine grosse Zukunft haben wird (Achtung Ironie!).

 Bitcoin ist der härteste Vermögenswert, der jemals produziert wurde mit einer unveränderlichen Angebotsformel.

Nichts kann den Vorrat an Bitcoin, der geschürft wird, verändern.

 Ich bin überzeugt, dass Bitcoin auch in den nächsten 10 Jahren jegliche Assetklasse übertreffen wird, wenn es um die Performance geht. Man muss nicht all sein Geld in Bitcoin investieren, sondern nur das Geld, welches man gerne behalten möchte und nicht Jahr für Jahr an Kaufkraft einbüssen soll.

 Dies ist keine Anlageberatung, jedoch hoffe ich, Ihnen bei Ihrer Entscheidung Bitcoin zu kaufen oder nicht zu kaufen, etwas geholfen zu haben. Eine Entscheidung, welche Ihnen mehr Selbständigkeit, Freiheit und Unabhängigkeit ermöglichen kann. 

Stay tuned!

Kurz-Interview mit Chief Operating Officer der Calidris Fintech AG, Frank Kallmeyer:

  1. Herr Kallmeyer, Sie haben international bei Banken und Vermögensverwaltungen gearbeitet, was hat Sie dazu bewegt sich im Jahre 2018 einem Startup anzuschliessen?

Aufgrund der Tatsache, dass es im Jahre 2018 absehbar war, dass sich die Kryptowährungen und Ihre Vorzüge als Assetklasse etablieren werden und Regulatoren wie die FMA Liechtenstein bereits an einem Gesetzesentwurf für Kryptowährungen gearbeitet haben, entschloss ich mich in diesem Bereich tätig zu werden. Als ich auf die Calidris Fintech AG traf, stellte ich fest, dass sich die Firmenphilosophie und Ihr Vorhaben mit meinen Vorstellungen deckten. Das war der Grund warum ich mich der Calidris Fintech AG angeschlossen habe.

  1. Sie waren auch als Börsenterminhändler tätig, wo sehen Sie die Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zwischen dem Krypto Markt und den etablierten Märkten?

Da sich der Krypto Markt noch in seiner Entwicklung befindet, ist das Handelsvolumen dem entsprechend klein gegenüber etablierten Märkten. Des Weiteren ist festzustellen, dass aufgrund der geringeren Handelsvolumen extrem hohe Volatilitäten herrschen. Auch von der rechtlichen Seite ist festzuhalten, dass weltweit betrachtet erst wenige Länder über eine Regulierung verfügen und da die Krypto Börsen die Coins selbst aufbewahren, sind sie oft das Ziel von Hackern. Grundsätzlich ist der Preisbildungsmechanismus derselbe, wie bei etablierten Märkten und die Verwerfungen, welche man aktuell im Krypto Markt beobachten kann, sind ähnlicher Natur wie in den frühen 2000er Jahren bei den Internetfirmen sprich der .com Blase. Die Verbriefung brachte in den 1980er Jahren eine Revolution hervor und wird nun durch die sogar noch weitreichendere Tokenisierung abgelöst.

  1. Was waren die Beweggründe Ihrer Firma, um Ihren Token regulieren zu lassen? Man hätte eine Token- Emission auch einfacher und kostengünstiger lösen können.

Im Jahre 2016-2018 konnte man viele unregulierte ICO Coin Erstemissionen beobachten, welche sich als Betrug herausstellten. Infolgedessen mussten die staatlichen Regulierungsbehörden eingreifen und entsprechende Massnahmen durchsetzen. Calidris Fintech AG hat von Anfang an auf ein reguliertes Security-Token Offering gesetzt, um seinen Investoren und den staatlichen Behörden gerecht zu werden. Es handelt sich, um einen beträchtlichen Mehraufwand einen STO aufzusetzen aber diese Entscheidung wird sich langfristig aus unserer Sicht auszahlen.

  1. Es gibt bereits hunderte diverse Handelsplattformen am Markt, weshalb lancieren Sie nun eine weitere?

Sicherlich existieren bereits viele Handelsplattformen am Markt, aber Calidris fährt einen komplett neuen Ansatz. Dank unserem Plattform-eigenen regulierten Token können wir Tokenhaltern, welche über unsere Handelsplattform agieren einen täglichen Cashback auf Ihr Volumen vergüten. Des Weiteren kommt der Tokenhalter in den Genuss zukünftig zu erwartender Dividendenzahlung seitens Calidris. Mit diesem Ansatz geht Calidris einen einzigartigen Weg und wir sind überzeugt langfristig über diesen Mechanismus eine grosse Handels-Community für uns gewinnen zu können.

  1. Regulierte Börsenplätze und Security Token, wie Ihre Firma einen herausgibt, sind kaum vorhanden und dementsprechend fehlt es an Liquidität und Nachfrage. Sehen Sie dies als grosses Risiko?

Aktuell sind viele grosse etablierte Börsen wie zum Beispiel die SIX Digital Exchange dabei Coin Handelsplätze zu lancieren. Wir gehen davon aus, dass die ersten am Ende dieses Jahres Ihre Arbeit aufnehmen werden. Es ist seitens der Calidris angestrebt, genau an solchen Handelsplätzen ein Listing umzusetzen. Es darf erwartet werden, dass es an solchen Börsen ausreichend Volumen gibt, da diese auch von Institutionellen genutzt werden.

  1. Wie wird sich der Zielmarkt Ihrer Meinung nach entwickeln in den nächsten 3-5 Jahren?

In den kommenden Jahren wird sich der Trend der Digitalisierung meiner Meinung nach noch beschleunigen und Unternehmen, welche sich in diesem Umfeld bewegen werden, generell hohe Wachstumszahlen aufzeigen.

Des Weiteren hat sich die Blockchain Technologie in vielen Anwendungsmöglichkeiten etabliert und bekommt dadurch eine zunehmende Akzeptanz breiter Bevölkerungsschichten. Im Finanzbereich haben die staatlichen Regulierungsbehörden angefangen einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der das Vertrauen der Marktteilnehmer erheblich steigert und für einen wahren Wachstumsschub sorgen wird.

Vielen Dank für diese spannenden Ausführungen. Stay tuned!

Bitcoin Risiko Analyse – Wie gefährlich ist ein Investment wirklich?

Bitcoin Risiko Analyse – Wie gefährlich ist ein Investment wirklich?

Wir als Fintech Unternehmen, die wir sehr eng mit dem Krypto Markt verknüpft sind, sehen diesen Markt fast ausschliesslich in einem guten Licht.

Trotzdem sollte man Situationen stets möglichst objektiv und gesamtheitlich betrachten. Daher werfen wir nun einen Blick auf die Risiken, welche bei einer Investition in die grösste Kryptowährung, den Bitcoin, auftreten können.

  1. Volatilität

Bitcoin hat historisch seit seiner Gründung im Jahre 2009 durchschnittlich eine Rendite von 210 % pro Jahr erzielt, was unglaublich gut ist. Doch diese Rendite ist nicht schön konstant Jahr für Jahr zustande gekommen, sondern eher in grossen Aufschwüngen und verbunden mit starken Korrekturen. Ein guter Assetmanager wird nicht bloss an der reinen Rendite gemessen, sondern vor allem daran, wie viel Risiko er für die Rendite in Kauf genommen hat, bzw. wie sehr seine Positionen zwischenzeitlich im negativen Bereich waren. Dies kann beim Bitcoin gut und gerne mal bei -60 bis -80 % sein, was je nach Einstiegspunkt riskant ist.

  1. Liquidität

Die gesamte Marktkapitalisierung von Bitcoin ist immer noch winzig im Vergleich zu anderen Anlageklassen (wenn auch schnell steigend). Daher gibt es reale Kosten, die mit dem Einsatz von Kapital in Bitcoin verbunden sind. Gemeint ist, dass man beim Kauf aufpassen muss, dass mit der eigenen Investition der Preis der jeweiligen Kryptowährung nicht in die Höhe getrieben wird. Die jüngsten hochkarätigen Bitcoin-Investitionen von MicroStrategy, Square und anderen zeigen jedoch, dass es langsam möglich ist, in grösserem Stil zu allokieren.

  1. Transaktionskosten

Die Kosten für den Kauf und Verkauf an einer Börse sind im Vergleich zu anderen Anlageklassen viel zu hoch. Diese Tatsache frisst einiges der erzielten Performance und erschwert ein aktives Trading. Es darf erwartet werden, dass sich die Kosten mit der Zeit an die anderen Anlageklassen angleichen werden.

  1. Operative Risiken

Zentrale Frage: Wo bewahrt man den kostbaren Bitcoin sicher auf?

Man kann ein privates Wallet (Hard oder Software) nutzen, was technisch nicht ganz einfach ist. Die Verantwortung und das Risiko des Verlustes liegen nun in der eigenen Hand. Custody-Lösungen erlauben, das Risiko der Aufbewahrung des privaten Schlüssels von der eigenen Person auf die Verwahrungsorganisation zu übertragen, welcher dann vertraut werden muss. Das Risiko wird dabei übertragen, aber nicht reduziert.

Man kann Bitcoin auch auf der Börse lassen, diese haben sich in den letzten Jahren gut weiterentwickelt; da gibt es jedoch immer noch das Hacker Risiko. Es fehlt aktuell noch eine sowohl sichere wie auch einfache Lösung, um Bitcoin noch mehr Kredibilität zu verleihen.

  1. Transaktion Risiko

Eine der grössten Stärken von Bitcoin, die Möglichkeit einen Wert unabhängig jeglicher Drittinstanzen, rund um die Uhr und in egal welchem Volumen zu Mindestpreisen zu transferieren, ist gleichzeitig mit Risiken verbunden.

Transaktionen sind unumkehrbar, ein Senden an eine falsche Adresse führt aktuell noch zum Totalverlust, was ziemlich abschreckend ist. Da braucht es Lösungen, um fälschlich versendete Transaktionen rückgängig machen zu können oder diesen Umstand gar nicht auftreten zu lassen.

  1. Regulierung

Bitcoin wurde jahrelang von den Regierungen belächelt und nicht ernst genommen. Nun mit steigender Grösse, Nutzeranzahl und Marktkapitalisierung dürfte Bitcoin auf dem Radar jeder Regierung sein. Spätestens, als kürzlich das mittelamerikanische Land El Salvador den Bitcoin auf die gleiche Ebene wie den US-Dollar stellte. Dies dürfte speziell der USA nicht gefallen. Bitcoin dürfte mehr und mehr ein Dorn im Auge der weltweiten Nationalbanken, welche gerne die alleinige Kontrolle haben, wenn es um das Geldsystem geht, sein. Es droht damit eine strengere und stärkere Regulierung mit ungewissem Ausgang.

  1. 51%-Angriff oder Kodierungsfehler

Da das Bitcoin-System digital, autonom und auf tausenden Rechnern weltweit verteilt aufgebaut ist, besteht das Risiko, dass böse Akteure (Haker) das Netzwerk angreifen wollen, um eine Mehrheit zu erhalten und danach Manipulation zu betreiben. Ein plötzlich auftretender Fehler im Code ist ein weiterer Risikofaktor, welcher den Preis wohl erheblich negativ beeinflussen würde.

  1. Marktmanipulation

Aktuell reicht ein Twitter Post des weltweit bekannten Unternehmers Elon Musk (Tesla) aus, um den Bitcoin Preis nach seinem Gusto zu steuern. Dies deutet auf fehlende Marktgrösse, sowie ein geringes Vertrauen in die eigene Position der Investoren hin. Dies ist ein zusätzliches externes und kaum zu berechnendes Risiko bezüglich einer Bitcoin Investition.

Weiter können aktuell noch unbekannte Risiken auftreten, wie die globale Covid Pandemie als ein Beispiel dienen kann. Das Bewusstsein all dieser Faktoren kann helfen, Entscheidungen zu treffen und optimal vorbereitet zu sein; sowohl mental als auch technisch.

Stay tuned!