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Defi Hype im Kryptomarkt – was steckt dahinter?

by | 4 Sep 2020

DeFi (dezentralisierte Finanzen) erlebt gerade einen starken Hype in der Kryptowelt. Darunter versteht man Finanzdienstleistungen, an denen jeder teilhaben kann, ohne um Erlaubnis zu fragen und ohne einer zentralen Instanz vertrauen zu müssen.

Dabei laufen die Protokolle teils vollständig autonom und werden von niemandem extern mehr verwaltet.

Jeder kann somit quasi selbst «Bank» spielen. Es geht um die Bereitstellung von Liquidität, sei es die Bereitstellung von Liquidität für Kreditpools oder für Liquiditätspools für dezentrale Handelsbörsen. Bei DeFi ist ein intelligenter Vertrag im Spiel, bei dem nicht die Institution (z.B. eine Bank), welche diese Arbeit tut, sondern Sie als Kreditgeber das volle Stück des Zinskuchens erhalten.

Defi Token explodierten teilweise im Preis und konnten einigen Investoren hohe Renditen einbringen. Der grösste DeFi Hype und Trend heisst hierbei Yield Farming (auch “Liquidity Mining” genannt). Es handelt sich um die Idee Crypto Assets in einzelnen Protokollen zu hinterlegen, um dann jeweils den Protokoll Token als Vergütung zu erhalten. Im Grunde möchte man „die Kryptowährungen für sich arbeiten lassen“. Für jeden Tag, an dem man im Netzwerk teilnimmt, erhält man den jeweiligen Protokoll-Token als Zins.

Die Gefahren des aktuellen Trends

Betrügerische Protokolle 

Beispiel «Hotdog»:

Das neu geklonte DeFi-Protokoll Hotdog versprach irrsinnige Renditen von bis zu einer Million Prozent Jahresertrag, um Liquiditätsanbieter anzulocken. Es ist ein weiterer Doppelgänger der beliebten Liquiditätsplattform Uniswap.

HotdogSwap wurde am 2. September eingeführt und stellte einen weitgehend illiquiden Coin zur Verfügung, dessen Preis laut dem Analyse-Dashboard von Uniswap, Uniswap.info, auf über 5.000 USD stieg. Laut dem HotdogSwap-Dashboard ist dieser Token zum jetzigen Zeitpunkt des Artikels nun noch 0,0332 Dollar wert.

Ein Reddit-Beitrag zeigt, wie der Token in nur fünf Minuten von 4.000 $ auf 1 $ abstürzt.

 

Fehlerhafte Protokolle

Das Yam-Protokoll gewann im DeFi-Raum als zweites rein dezentralisiertes DeFi-Projekt nach Yearn Finance an Momentum. Es ermöglichte es den Yam-Inhabern, das Protokoll zu «regieren» (Voting), wobei ein dezentralisiertes Regierungsmodell zum Einsatz kam. Yam-Mitbegründer Brock Elmore bemerkte am 13. August, dass das Protokoll einen kritischen Fehler aufwies, welcher das System von Yam lähmte. Obwohl die über das Yam Protokoll «hinterlegten» digitalen Vermögenswerte nicht verloren gingen, fiel der Wert der Yam-Token drastisch auf Null.

Betrügerische Token

Das bereits angesprochene Uniswap ist ein besonders einfach zu integrierendes Tauschprotokoll auf der Ethereum-Blockchain. Hier können alle ERC-20 Token gegeneinander und auch gegen Ether getauscht werden. Sollte der Token nicht im Drop-Down-Menü gelistet sein, gibt man einfach die Kontraktadresse ins Feld ein. Sogar den Token ins Drop-Down-Menü zu bringen, ist nicht schwer. Dazu genügt eine Anfrage auf Github. Dieses offene Konzept öffnet Betrügern die Türen. Diese übernehmen den Namen und Ticker (Kürzel) bekannter, vertrauenswürdiger Token und bieten den getäuschten Nutzern ihre eigenen gefälschten an.

Um dem Treiben auf Uniswap ein Ende zu setzen braucht es Regeln für die Aufnahme der Token ins Drop-Down-Feld. Dies würde bedeuten, es braucht trotzdem wieder jemanden externen, welcher die Projekte kontrolliert.

Fazit:

Das Modell, um Geld selbst für einen arbeiten zu lassen klingt sehr vielversprechend.

Aktuell gibt es jedoch keinen wirklichen Grund sich etwas von dezentralen Protokollen zu leihen, ausser, wer mit dem geliehenen Geld Leverage Trading betreiben möchte (hochrisiko). Daher besteht die Gefahr, dass einige Leiher liquidiert werden, sobald die Volatilität zurückschlägt. Zudem besteht der aktuelle «Wert» der Token „nur“ in der Regierungsführung. Solange sich dies nicht ändert, besitzt man lediglich einen Token, der eine Stimme wert ist. Wie viel einem diese Stimme wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Zudem, wie bereits oben beschrieben, rufen schnelles Geld und unregulierte Systeme stets Hacker und Betrüger auf den Plan. Solange solche Protokolle nicht einer staatlichen Regulierungsbehörde unterliegen, ist höchste Vorsicht geboten.

Stay safe!